House Music

 

 

 

 

Wie einst alles begann:

Durch die Discowelle in den 70ern und der Hip Hop Bewegung der 80er entwickelten einige Pioniere wie z.B. Grandmaster Flash einfach das Auflegen weiter. Die Pioniere wählten ganz einfach ähnlich klingende Tracks aus um diese in fließenden Übergängen ineinanderzumixen, so dass die Tanzbegeisterten im Club ohne die lästgen Pausen zwischen zwei Tracks einfach weitertanzen konnten.

Ursprünglich wurden die vorhandenen Samples aus dieser Zeit mit härteren und mixbaren Sounds kombiniert und auch sogenannte Loops die damals aus Vinyls gerippt wurden, kamen dann zum Einsatz.

Als Geburtsort für House gilt die amerikanische Stadt Chicago, dort entwickelten bekannte DJ´s wie Frankie Knuckles eine komplett neue Musikrichtung, die dann in einem Club Namens “Warehouse” der zum erstenmal 1977 seine Pforten öffnete, ihre Platten auflegten, daher kommt auch der Name der Musikrichtung.

Kurze Zeit darauf befand sich auch New York im Housefieber, Houselegenden wie Larry Levan spielten von 77 -87 seinen eigenen Style im Club “Paradise Garage”, woraus der Garage House Sound entstand, welcher für Tracks eher mit souligen Gesangseinflüssen stand. DJ Legende Tony Humphries legte zu dieser Zeit auf dem berühmten Radiosender “Kiss FM” die neuesten House Scheiben auf. Ein weiterer Style der damals auftauchte ist das sogenannte “Detroit House” was aus härterem Sound entstand und als Vorläufer des Techno bezeichnet werden konnte.

Als sich Anfang der 90er der House Hype in den USA auf dem Höhepunkt befand schwappte die Welle auch langsam nach Europa über, sogenannte “Underground Clubs” schossen aus den Boden und man ging dann nicht mehr in die Discos sondern in die Clubs. Die DJ´s aus Europa legten aber zu dieser Zeit eher harte Techno Beats und später dann die etwas ruhigere Form “Trance” auf. DJ Pioniere damals waren WestBam aus Berlin und Sven Väth aus Frankfurt am Main, letzterer Ort mauserte sich auch langsam zum “Technomekka Deutschlands” hervor, mit berühmten Clubs wie dem Dorian Gray in dem DJ´s wie Thorsten Fenslau, Talla 2XLC oder DJ Dag oder dem Club von Sven Väth “Das Omen”. Clubmusik made in Frankfurt ist plötzlich weltweit “in”

In Deutschland gab es in Stuttgart in der Zeit von 1988 bis 1994 einen Radiosender Namens “Hithouse Radio” , der Radiosender des legendären “DJ Bernie Berntaler” spielte schon damals als einer der ersten Radiostationen in Deutschland Housemusik. In der legendären “Saturday Night Live Dance Party” jeden Samstag von 20.00 bis 5.00 Uhr liefen Live Nonstop House Mixe, teilweise von Berbie B. selbst live gemixt aber es waren auch immer Guest DJ´s aus der ganzen Welt zu Gast im Studio. Unter der Woche sendete Hithouse Radio immer von 17.00 bis 20.00 Uhr. Hithouse Radio war auch der erste Sender in Süddeutschland, der Techno im Programm hatte. Leider wurde 1994 die Anzahl der Radiolizenzen von der LFK verringert und Hithouse Radio mußte die Frequenz 107,7 , trotz vieler Protestaktionen der Hörer (Ich selbst habe damals für den Erhalt mitgekämpft), an das Stadtradio Melodie für Sie, mit denen es die Jahre zuvor die Frequenz teilte, abgeben. Am 30.09.1994 ging dann die letzte Hithouse Sendung über den Äther, und um Punkt 20.00 Uhr verstummte dann Hithouse Radio Stuttgart für immer, von da an liefen nur noch “Schlagerfuzzis” rund um die Uhr.

In England entwickelte sich Mitte der 90er in Sachen Techno und Trance weiter, die englischen DJ´s begannen die hämmernden 170 BPM zurück auf 127 - 135 BPM zu drehen, unterlegten die Tracks mit kräftigen Bässen und entfernten die schrillen Synthys und somit war ein neuer Sound geboren, “House Music European House” , der Sound der heute als klassischer House in den Clubs der Welt aufgelegt wird. Gleichzeitig wurde auch in den USA eine eigenständige Houseszene entwickelt, Produzenten und DJ´s wie Mark Farina oder Deep Dish prägten mit ihren Eigenproduktionen und Remixen den US House Stil, der aber mehr Funk und Soul beinhaltete als der englische. Heute liegen die Hochburgen der USA Houseszene in Washington, San Francisco und Chicago.

Die Hochburgen der europäischen House Szene befinden sich in Manchester, London, Budapest, Zürich, Bern, Ibiza und Mailand. Leider sind Deutschland und Österreich nur wenig besiedelt, was sich aber jederzeit wieder ändern kann.

In den letzten Jahren hat sich der Bereich House zu einer riesigen Plattform für DJ´s und Produzenten entwickelt die täglich hunderte an Tracks produzieren. Aber “House” ist ja mittlerweile nur noch der Oberbegriff, denn es haben sich verschiedene Stilrichtungen weiterentwickelt, doch der Grundstil ist der gleiche, es unterscheiden sich meistens nur die Loops der Instrumente oder die BPM.

Als abschließendes Fazit kann man sagen, dass die heutige House Music von den DJ´s lebt, denn fast jeder Track der heute auf CD oder Vinyl erscheint, beinhaltet meist mehrere “Remixe” von DJ´s die den Song in eine bestimmte Richtung lenken.

 

Es gibt eine nette Internetseite, die stammbaumartig die Entstehung elektronischer Musik aufzeigt.

Das gute daran, jedes Zeitfenster bzw. jeder Style wird mit Beispieltracks klar dargestellt.
Ich finde, die Beispieltracks sind namhaft und sehr gut getroffen.

Viel Spaß beim reinschauen...

(Wem Geschichte in der Schule sonst zu langweilig war, hier wird sie interessant!)


Link: http://techno.org/electronic-music-guide/





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